Niederwild

Vergesst unser Niederwild nicht!

In den Feldfluren um Delitzsch war seit eh und je das Niederwild zu Hause. Gute Hasenbestände, viele Völker von Rebhühnern und GespFasanerre von Fasanen belebten die Landschaft. Nach dem gravierenden Rückgang der Niederwildbestände im Kreisgebiet sind nur wenige Gebiete mit geringem Besatz an Niederwild noch bekannt. Ein Wissenschaftler aus dem ehemaligen Forschungszentrum Ebertswalde, Herr Moller, hat das bei Hasen untersucht und so formuliert: "Ist der Anfangsbestand des Hasen so niedrig, so dass die Fraßfeinde die jährliche Geburtenrate schneller fressen als geborene Junghasen nachwachsen können, wird sich ein guter Besatz nicht mehr entwickeln."

Das trifft sicher auch für andere Niederwildarten zu. Natürlich spielen dabei auch die Umweltbedingungen eine große Rolle. Es war eine gute Tradition, als in den Jahren vor der Wende durch Jagdgesellschaften im Kreis Fasanenküken gekauft, aufgezogen und ausgewildert wurden. So konnten in einem ehemaligen Hühnerstallgelände in Selben jährlich bis zu 1200 Fasane in Volieren gehalten und später als flügge Jungfasane in die freie Natur ausgewildert werden. Diese Maßnahme trugsehr bald Früchte. Jährlich wurden ca. bis zu 350 Hähne von den Mitgliedern der Jagdgesellschaft Zschortau erlegt. Weitaus wichtiger war jedoch, dass flächendeckender Fasanenbestand entstand, der weit über die Kreisgrenzen hinaus sich entwickelte.

Ausgesetzte Fasane wurden auch beringt. Dadurch konnte festgestellt werden, dass der Fasan auch stark wandert. Er sucht sich optimale Lebensbedingungen. Einstände mit viermal "W" sind wichtig: Wald, Wiese, Wasser, Weizen. So konnten im ehemaligen Kreis Delitzsch ausgewilderte Fasane nachweisbar bis um Berlin herum erlegt werden. Dies wurde durch Ringrückmeldungen belegt. FasanNach der Wende ist der Niederwildrückgang auch in der Jagdgenossenschaft Beerendorf deutlich sichtbar. Zur Zeit haben wir einen Hasenbesatz von ca. drei bis fünf Hasen pro 100 ha. Erfreulicherweise haben wir zwei Gesperre Rebhühner im Revier, die sich im vergangenen Jahr angesiedelt haben. Der Rehwildbesatz ist gut und auch in der Feldflur flächendeckend. Vor vier Jahren, also 2002, hat die Jagdgenossenschaft Beerendorf beschlossen, aus den Mitteln der Jagdpacht 500,-€ zur Entwicklung der Niederwildbestände bereitzustellen. Im August 2002 wurden erstmalig 10 - 12 Wochen alte Jungfasane gekauft und ausgewildert. Schon nach drei Jahren sind Erfolge unserer Meinung nach sichtbar. Flächendeckend haben Fasanenhähne ihre Balzreviere bezogen. Auch unsere Nachbarn in den umliegenden Genossenschaften haben davon profitiert. Deshalb richtet der Vorstand der Jagdgenossenschaft Beerendorf einen Appell an die Vorstände der umliegenden Genossenschaften, ebenfalls Maßnahmen und Mittel bereitzustellen, um die Niederwildbestände zu erhalten und zu vermehren. Solche Dinge sollten auch im Jagdverband untersucht und gesteuert werden. Noch eine Bitte an den Naturschutz. Nicht nur der Hühnerhabicht, die als Singvögel bezeichneten Krähenvögel und der Kolkrabe, der unsere Landschaft schon zu Tausenden bevölkert, sondern auch unsere Singvögel, Wachteln, Rebhühner und Fasane sind schutzbedürftig. Wir sind der Auffassung für ihre Erhaltung müssen wir wesentlich mehr tun.

 

Jagdvorstand Beerendorf, Jagdpächter

Klaus Winkler