Jagdliches Schießen Pflichtschießen, muss das wirklich sein ?

Staatsminister Tillich forderte auf dem Landesjägertag unter anderem die Teilnahme aller Jagdscheininhaber an einem jährlichen "Pflichtschießen". Der Vorstand des JV - Delitzsch ist gleichwohl der Ansicht, dass der Forderung entsprochen werden sollte, da die Schießfertigkeit nur auf dem Schießstand geübt und nachgewiesen werden kann. Dies müsste für jeden aktiven Jäger, ob Pächter oder Begehungsscheininhaber, Anlass sein, nicht erst auf eine staatliche Verordnung zu warten, denn uns sollte bewusst sein, dass die jagdliche Betätigung von vielen Bereichen und Schichten der Bevölkerung beurteilt wird und die Akzeptanz im Wesentlichen auch davon abhängt, wie wir unser grünes Handwerk verstehen. Nur tierschutzgerechtes Jagen wird am ehesten von der Bevölkerung akzeptiert. Also warum nutzen wir nicht die Möglichkeit auf unserem "hauseigenen" Schießstand in Glesien, die jagdlichen Disziplinen zu üben. Die älteren Jäger unter uns kennen noch das Pflichtschießen aus DDR-Zeiten. Es war immer ein Höhepunkt im Frühjahr, um sich in größerer Gemeinschaft zu treffen, zu fachsimpeln und auf die Bockjagd vorzubereiten. Leider ist dieser Brauch von den meisten in Vergessenheit geraten bzw. ist man wahrscheinlich davon überzeugt, dass man das einmal zur Prüfung abgelegte Fach "Schießen" so beherrscht, um auf Übung verzichten zu können. Diese Einstellung ist jedoch die falscheste die man sich vorstellen kann. Denn nicht nur der Schuss von der Kanzel - aufgelegt auf ein ruhig stehendes Stück Wild - ist Jagdalltag, sondern vornehmlich im Herbst sind es die Bewegungs- und Niederwildjagden, die ein Schießen auf bewegte Ziele erfordern. Und genau diese Disziplinen sollte man öfter im Jahr üben, und das eben auf dem Schießstand und nicht auf lebendes Wild. Also, nehmen wir uns doch einmal für das neue Jahr vor, gemeinsam mit Freunden auf den Schießstand zu gehen und unsere Treffsicherheit zu überprüfen ohne ein staatlich verordnetes Muss. übrigens, drei Mitglieder des JV - Delitzsch haben das Land Sachsen zu den diesjährigen Bundesmeisterschaften vertreten. Ihre hervorragenden Schießergebnisse sind Ausdruck für ständiges üben, Einsatzbereitschaft und Bekenntnis zur Jagdleidenschaft.

 

Obmann für jagdliches Schießen

Thomas Weitze